vonRedaktion Salzburg
MAI 05, 2026
© NLK Filzwieser
LH Mikl-Leitner: Life Sciences, Digitalisierung und regionale Versorgung stärken Innovation, Wertschöpfung und Resilienz
Auf dem Weg zur Umsetzung der Wirtschaftsstrategie 2030+ traf sich kürzlich der Fachbeirat Zukunft.Wirtschaft.Niederösterreich, die sogenannten Wirtschaftsweisen, um mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, dem für Kliniken zuständigen Landesrat Anton Kasser und dem Vorstand der NÖ Landeskliniken Bernhard Kadlec über die Zukunftspotentiale der Gesundheitswirtschaft in NÖ zu beraten. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Zukunftsfelder Life Sciences als Schlüsseltechnologie, ergänzt durch Querschnittstechnologien wie Künstliche Intelligenz, datenbasierte Innovationen und moderne Produktionstechnologien.
Niederösterreich verfügt hier über besonders gute Voraussetzungen: Die enge Verbindung von Gesundheitsversorgung, Forschung und innovativen Unternehmen ermöglicht es, neue Technologien rasch in die Praxis zu bringen und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung zu stärken. Mehr als hundert Unternehmen sind in Niederösterreich direkt in der Medizintechnik und pharmazeutischen Entwicklung und Produktion tätig. Das Produktspektrum ist breit und reicht von Spezial-Verbandstoffen über künstliche Hüftgelenke bis hin zu Produkten zur Blutreinigung.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Die Gesundheitswirtschaft in Niederösterreich ist Innovationsmotor, Wirtschaftsfaktor und Garant für Lebensqualität. Rund jeder siebte in Niederösterreich generierte Euro ist diesem Ökosystem zuzuordnen. Durch die Verbindung von hoher medizinischer Qualität, Innovationskraft und regionaler Versorgungssicherheit wird die Gesundheitswirtschaft weiterhin eine Schlüsselrolle für die Entwicklung unseres Landes spielen.“
Mit der neuen Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+ und dem NÖ Gesundheitsplan 2040+ hat das Land bereits wichtige strategischen Grundlagen für die Zukunft geschaffen. Während die Wirtschaftsstrategie auf Innovation, Forschung und Wettbewerbsfähigkeit abzielt, sichert der Gesundheitsplan die medizinische und pflegerische Versorgung in Niederösterreich langfristig ab und entwickelt sie gezielt weiter. Eine zentrale Rolle spielt dabei als größte Gesundheitsorganisation des Bundeslandes die NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA).
Der für Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser betonte: „Durch laufende Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Innovation stärkt die NÖ Landesgesundheitsagentur die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems. Gleichzeitig ist sie ein bedeutender Arbeitgeber sowie ein wichtiger Wirtschafts- und Innovationsfaktor für Niederösterreich. Ein Beispiel dafür ist die Weiterentwicklung der roboterassistierten Chirurgie, die einen wesentlichen Meilenstein in der Umsetzung des NÖ Gesundheitsplans 2040+ darstellt.“
Die roboterassistierte Chirurgie steht beispielhaft für die Verbindung von Innovation, Digitalisierung und Medizin. Sie ermöglicht besonders präzise und schonende Eingriffe und zeigt, wie technologische Entwicklungen, insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) unmittelbar zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen können. KI ist in den Landeskliniken bereits im Einsatz, um Krankheiten schneller zu erkennen und Behandlungen wirksamer zu machen. So wird zum Beispiel im Universitätsklinikum St. Pölten KI in der Dickdarmkrebsvorsorge verwendet. Das Land NÖ hat zudem kürzlich eine neue Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt „KI in der Gesundheit“ an der Universität für Weiterbildung in Krems eingerichtet.
Der Vorsitzende des Weisenrates Christian Helmenstein unterstreicht die Bedeutung von Innovation und Digitalisierung: „Die Zukunft des leistungsfähigen niederösterreichischen Gesundheitssystems liegt im gelingenden Zusammenwirken von exzellent qualifizierten Fachkräften, der raschen Überführung von Innovationen in die Versorgung sowie der verantwortungsvollen und zielgerichteten Nutzung von Daten.“
Mit dem kürzlich gestarteten Prototypen-Call der Wirtschaftsförderung des Landes soll die rasche Umsetzung von Innovationen in marktfähige Lösungen zusätzlich unterstützt werden. Zu Innovation und Vernetzung beitragen soll auch die bei ecoplus angesiedelte Plattform für Gesundheitstechnologie. Sie dient als zentrale Vernetzungsstelle für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Akteure im Gesundheitswesen in NÖ.
Neben Innovation und Forschung spielen auch regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit sowie Resilienz eine zentrale Rolle für die Gesundheitswirtschaft in Niederösterreich. Dazu Bernhard Kadlec, Vorstand für Finanzen, Digitalisierung und Resilienz der NÖ LGA: „Die Niederösterreichische Landesgesundheitsagentur hat sich mit einem Jahresvolumen von rund 1,03 Milliarde Euro in der Beschaffung bewusst dafür entschieden, ein starker Partner für die NÖ Wirtschaft, den Mittelstand und die Landwirtschaft zu sein. Kurze Transportwege und der Einsatz von möglichst lokalen Frischeprodukten prägen unsere Lebensmitteleinkaufstrategie und helfen uns im täglichen Betrieb der Küchen in unseren Kliniken und Pflege- und Betreuungszentren. Gerade die internationalen Krisen der letzten Zeit haben bewiesen, welchen Vorteil eine resiliente, abgestufte lokale, regionale und europäische Beschaffungsstrategie bietet. Verlässliche Lieferanten im eigenen Bundesland unterstützen uns auch dabei, nachhaltig einzukaufen und den ökologischen Fußabdruck unserer Gesundheitsbetriebe weiter zu verbessern. Darüber hinaus sorgt unser Einkaufsvolumen für Wettbewerb und bietet uns die Möglichkeit, im Rahmen von Vergabeverfahren und Ausschreibungen wichtige Impulse im Markt zu setzen.“
Im Fachbeirat Zukunft.Wirtschaft.Niederösterreich stehen folgende Expertinnen und Experten dem Land NÖ beratend zur Seite:
Martin Greimel, Universität für Bodenkultur, Leiter Plattform Bioökonomie
Christian Helmenstein, Economica Institut für Wirtschaftsforschung
Sepp Hochreiter, Johannes-Kepler-Universität Linz, Leiter Institut für Machine Learning, Experte für KI
Daniela Knieling, respACT - austrian business council for sustainable development, Nachhaltigkeitsexpertin
Alexandra Mazak-Huemer, stv. Geschäftsführerin Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung
Daniel Varro, Vizerektor der Universität für Weiterbildung Krems
Quelle: Land Niederösterreich